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Sonntag, 2. Juli 2006, wunderschönes Wetter, die Sauerlandhöhenstraße lockt. Eine kleine Gruppe macht sich auf, das Hochsauerland zu erfahren.
Die Gruppe besteht aus MacGyver mit Freundin, dem Präsidenten nebst Gattin, dem Schwaben mit Freund. Um diesen Freund zur Mitfahrt überreden zu können, wird ihm versprochen, dass er bis zum Start der Formel 1 in Indianapolis auf jeden Fall wieder zu Hause im Fernsehsessel sitzen kann. Motorisiert ist MacGyver standesgemäß mit 4,6 Liter verteilt auf 8 Zylindern, die in einem TR6 versteckt sind. Der Präsident ist mit seinem damals noch nicht historischen TR6 unterwegs und der Schwabe versucht mit seinem ManchmalGehts Zwerg Anschluss zu halten.
Die Ausfahrt beginnt sehr schön und harmonisch. Das Wetter ist angenehm warm und sonnig. Kurze Zeit nach der Mittagspause beschließt der Zwerg auch mal aufzufallen. Da er in dieser Gruppe mit hohen Geschwindigkeiten nicht protzen kann, bleibt er einfach ganz stehen.Jetzt schlägt die Stunde MacGyvers. Nachdem die blitzschnelle, aber völlig falsche Diagnose (defekte Benzinpumpe) des Zwergenfahrers sich nicht mehr halten lässt, übernimmt MacGyver die Regie.
Die Diagnose: kein ausreichender Funken im Zwergenmotor.
Der Übeltäter: defekte Isolation des Verteilerfingers.
Zuerst versucht MacGyver mit Plastik in allen Formen (Alditüte 8-fach, zugeschnittene Plastikkarte) die Isolation wieder herzustellen. Leider ohne Erfolg. Dann steuert der Präsident einen nagelneuen Verteilerfinger bei, der unverständlicherweise aber nur in einem TR6 funktioniert. Der Finger hat eine zu lange Metallzunge. Das stört MacGyver überhaupt nicht. Eine Kneifzange bringt die Zunge grob auf Zwergenmaß. Den nötigen Feinschliff bekommt die Zunge auf den Basaltsteinen der Straßeneinfassung.
Dabei gibt leider ein Stück des Verteilerkörpers seinen Geist auf und bricht ab. Daraufhin hat auch die Niete für die Metallzunge keine Lust mehr und gibt auf. Etwas enttäuscht über die Qualität des TR6 Teils wirft der Präsident den Rest weg, findet ihn auf Bitten MacGyvers aber in den Brenneseln wieder.Aus diesen 3 Teilen (zerbrochener Körper, zurechtgefeilte Zunge, Niete) und 4 mm Kupferlitze setzt MacGyver ein Verteilerfinger-ähnliches Teil zusammen. Und nach mehreren Versuchen und zusätzlich durch einen Ministrip an seinem Platz gehalten, arbeitet der „neue“ Verteilerfinger ohne Probleme im Zwerg.
Trotzdem versuchte der feige Zwergenfahrer sich mit dem Ersatzteilhändlers seines Vertrauens zu treffen. Mithilfe von 2 Navis und einer Straßenkarte und dem zwischenzeitlichen Tausch des Fahrziels Enkhausen/Meschede gegen Enkhausen/Sundern fahren sie mit viel Herzklopfen zum Treffpunkt. Ein Ohr des Zwergenfahrers immer am Verteiler. Bei unserem Eintreffen ist besagter Ersatzteilhändler allerdings schon wieder zu Hause in Deilinghofen.
Das Formel 1 Rennen in Indianapolis ist übrigens längst in seine entscheidende Phase getreten. Soviel zu Versprechungen von Oldtimerfahrern.
Wir haben dann in Enkhausen zwar letztendlich einen neuen Finger bekommen, aber getreu dem Spruch „never touch a running system“ haben wir die Motorhaube nicht mehr aufgemacht. Der Zwerg fährt brav nach Hause und wenn der Besitzer kein Angsthase wäre, würde er wahrscheinlich noch heute funktionieren. Inzwischen fährt der Schwabe mit Ersatz für Finger und Kappe weil man ja nicht wissen kann, ob immer der Präsident mit Ersatzfinger und MacGyver mit Werkstattwagen dabei sind.
MacGyver heißt mit Künstlernamen übrigens Andreas Busch und ist in Sachen Oldtimer europaweit unterwegs. Die Wahrscheinlichkeit, dass er auch euch einmal helfen kann ist relativ hoch. Zum Beispiel um mit einer Büroklammer die Kurbelwelle zu wuchten oder aus einer Kulimine eine Ventilfeder zu wickeln.
In diesem Sinne
Rainer
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